29. September 2021

Rezension: „Der lange Atem der Bäume“

Autor: Peter Wohlleben

Genre: Sachbuch

Verlag: Ludwig

Seiten: 254 (Hardcover)

Preis: 22,00€

 


Klappentext 

Auch wenn wir unsere Welt durch den Klimawandel zugrunde richten sollten – die Bäume kommen immer und überall zurück, selbst nach verheerenden Bränden, heftigen Sturmschäden und menschlichen Verwüstungen. Es wäre nur schön, wenn wir dann noch da sind.

Mit Der lange Atem der Bäume knüpft Peter Wohlleben direkt an seinen Millionenseller Das geheime Leben der Bäume an – ebenso zum Staunen, ebenso faszinierend, aber dabei gleichzeitig scharf und kritisch: Auf der einen Seite schildert er neue verblüffende Erkenntnisse über das Leben der Bäume und ihre Fähigkeiten, zu lernen und mit dem Klimawandel umzugehen. Zugleich geht er hart ins Gericht mit den von Ahnungslosigkeit geprägten Akteuren in Wirtschaft und Politik, die Bäume ausschließlich zur Holzgewinnung und zur Imagepflege pflanzen und die Natur damit in Wahrheit rücksichtslos ausbeuten. Doch intensiv bewirtschaftete Fichtenplantagen werden die Überhitzung des Planeten nicht verhindern.

Eine Liebeserklärung an die Bäume – und ein flammender Appell, die unendliche Vielfalt der Natur, deren sensibles Zusammenwirken wir immer noch nicht ganz verstehen, zu schützen und zu bewahren. In unserem ureigensten Interesse.

Meine Meinung 

Schon der Titel „Der lange Atem der Bäume“ - ganz besonders der Untertitel „Wie Bäume lernen, mit dem Klimawandel umzugehen- und warum der Wald uns retten wird, wenn wir es zulassen“ – hat mich auf Anhieb angesprochen. Es handelt sich bereits um das fünfte Spiegel Bestseller- Buch von Förster Peter Wohlleben, ist jedoch das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe.

Lange habe ich aus keinem Buch mehr so viel mitgenommen wie aus diesem. Wohlleben erzählt sehr anschaulich vom Leben der Bäume und der Wälder, das mir zu großen Teilen vorher so im Detail nicht bekannt gewesen ist. Dabei schreckt er nicht davor zurück, auf die über Jahrzehnte praktizierten Fehler im Umgang der Menschen mit unseren Wäldern hinzuweisen. Auch die konventionelle Forstwirtschaft wird dabei nicht verschont.

Als Leserin habe ich einen ganz neuen Blick auf die Thematik gewonnen. In Bezug auf viele Phänomene war auch meine Sicht von den zahlreichen Fehleinschätzungen geprägt, mit denen Wohlleben aufzuräumen versucht.

Die Erklärungen sind für mich als Laie gut verständlich gewesen. Wissenschaftlich etwas komplexere Passagen konnte ich mir durch wiederholtes Lesen erschließen.

Verweise auf zahlreiche interessante Studien geben dem Geschriebenen zusätzliches Gewicht. Wohllebens Verbesserungsvorschläge und Lösungsansätze sind mir von Seite zu Seite immer alternativloser vorgekommen.

Der Autor schafft es, ein Sachbuch so zu schreiben, dass es die Sogwirkung eines mitreißenden Romans erzeugt. Was selbstverständlich auch an dem hochaktuellen und brisanten Thema liegt.

Beim Lesen habe ich fast durchgehend das Bedürfnis verspürt, selbst in den Wald zu gehen, Bäume und Pflanzen zu beobachten, ihnen zu helfen. Denn ich habe einmal mehr eine große Ehrfurcht vor der  Natur gewonnen, die so viel komplexer und klüger ist als der Mensch, der sich so oft für ihren Mittelpunkt hält.

Mein Fazit

Insgesamt kann ich das Buch jedem absolut empfehlen, der sein Verständnis für den Wald vertiefen möchte und der den Hoffnungsschimmer braucht, dass trotz der Krise für die Natur noch nicht alles verloren ist! 

Meine Bewertung

Ich danke dem Ludwig-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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