16. Mai 2020

Autoreninterview: Katja Ammon


Die 1977 geborene Autorin Katja Ammon lebt mit ihrer Familie in Basel, der Kulisse ihrer mitreißenden Romantasy-Bücher. Nach "Herz aus Gold und Asche" gibt es mit „Darker Things“ nun neuen Lesestoff, der die Herzen aller Jugendbuch-/ All Age - Leser erneut höher schlagen lassen wird.

1. Unendliche Geschichte: Mit „Darker Things“ ist nun bereits dein zweiter Roman erschienen. Statt eines Klappentextes gibt es diesmal ein vielversprechendes Zitat auf der Buchrückseite.
Magst du uns dennoch ein wenig erzählen, worauf wir uns freuen können und wie du auf die Idee zu der Geschichte gekommen bist?
Katja Ammon: Darker Things ist eine düstere aber auch romantische Fantasy Geschichte für Jung und Alt.
In dem Buch geht es um die 17jährige Lejla, die Sozialstunden ableisten muss, weil sie angeblich ein legales Graffiti (ausgerechnet das ihres Exfreundes) übersprayt haben soll. Seit sie in einer halbzerfallenen Villa Schmierereien wegputzen musste, passieren ihr immer wieder komische Dinge. Visionen von einer zerfallenen Stadt, lassen sie erst glauben, dass sie verrückt wird, doch dann stellt sich heraus, dass das keine Visionen sind. Sie hat die Existenz einer dunklen Parallelwelt entdeckt. Doch bevor sie überhaupt weiß was geschehen ist und was sie damit zu tun hat, steht sie schon auf der Abschussliste einer dubiosen Gesellschaft und soll getötet werden. Nun muss sie herausfinden warum.

Wie ich auf die Idee der Geschichte gekommen bin, ist irgendwie nicht so eindeutig zu beantworten. Sie ist mit den Figuren und der Recherche gewachsen. Bei mir fangen Geschichten oft einfach mit einem Gefühl an, das ich dann irgendwie in eine Bahn lenken muss. Die Inspiration zu Darker Things kam aber von einem Song: Faded von Alan Walker. 

2. Unendliche Geschichte: Auch dein neues Buch spielt in der Stadt Basel.
Gibt es historische Ereignisse oder Orte, die dich besonders inspiriert haben?
Katja Ammon: Basel hat ja eine sehr interessante Geschichte und auch so einige Legenden werden sich hier erzählt. Das ist wie ein riesiger Ideenpool und deshalb schreibe ich auch sehr gern Geschichten, die in meiner Heimatstadt spielen. Mir ist es immer wichtig, dass eine Geschichte nachvollziehbar ist, dass Dinge nicht einfach da sind. So auch eine Parallelwelt. Fragen wie: „Warum ist sie hier?“, „Wie wurde sie entdeckt?“, „Warum passiert das alles an einem bestimmten Ort?“, müssen für mich irgendwie beantwortet werden und so kam ich schnell auf das historische Erdbeben 1356 in Basel. Solche Urgewalten könnten ja doch so einiges bewirken … Wie das aber nun alles zusammenhängt, werde ich natürlich nicht verraten ;-).

3. Unendliche Geschichte: Mittlerweile bist du in der Autorenwelt kein Neuling mehr, sondern konntest dir mit deinen Büchern einen Namen machen.
Was würdest du sagen, wie du dich als Autorin in den letzten Jahren weiterentwickelt hast und was das für deine Geschichten bedeutet?
Katja Ammon: Oh, na ja, irgendwie fühle ich mich noch immer als Neuling :-D. Aber dennoch reift man mit der Erfahrung. Von den Rückmeldungen zu meinem ersten Buch habe ich sehr viel mitgenommen und konnte dadurch sicher einige Dinge im Storytelling verbessern. Aber auch jetzt kommen wieder tolle Rückmeldungen und ich werde mir alle zu Herzen nehmen, um es im nächsten Buch noch besser zu machen. Dabei schaue ich aber auch darauf, dass es für mich Sinn macht und übernehme nicht jede Meinung, das ginge gar nicht, denn jeder sieht die Dinge wieder anders. Natürlich lernt man aber auch im ganzen Schreibprozess dazu und erkennt, was für einen funktioniert und was nicht. Meine neue Idee wird z.B. vom Aufbau her ganz anders werden, jetzt nicht unbedingt in der Geschichte selbst, sondern vielmehr wie ich daran gehen werde die Idee umzusetzen. Ich denke mit jedem Buch wird man effizienter, Prozesse spielen sich ein und man vertraut viel mehr auf seinen Instinkt. Für meine erste Geschichte habe ich zum Beispiel viel Zeit investiert die Figuren zu orchestrieren, zu charakterisieren, zu entwerfen und habe dann gemerkt, dass sie dadurch immer blasser werden. Also habe ich sie einfach aus mir sprechen lassen, ohne sie zu analysieren und zu kontrollieren. Diese Vorarbeit habe ich mir dann bei "Darker Things" gleich gespart und von Anfang an auf meine Gefühle vertraut. Das Schöne am Schreiben ist für mich nämlich, ganz tief in die Rolle der jeweiligen Figuren abzutauchen und zu erleben, was sie erlebt. Und das schreibe ich dann auf.

4. Unendliche Geschichte: Nach dem Buch ist vor dem Buch.
Gibt es schon Pläne für eine neue Geschichte?
Katja Ammon: Ja, die gibt es tatsächlich. Dieses Mal wird es eine Dystopie und ich habe so einiges an Recherche vor mir. Ich kann aber noch nicht viel verraten, dafür ist es noch zu früh.

5. Unendliche Geschichte: Autoren sind ja meistens selbst auch Bücherwürmer.
Schaffst du es neben dem Schreiben regelmäßig zu lesen und wenn ja, welches Genre bevorzugst du neben Romantasy?
Katja Ammon: Ganz ehrlich gesagt, würde ich mich nicht als Bücherwurm bezeichnen, dafür lese ich definitiv zu wenig. Zwar liebe ich Bücher und wenn ich anfange zu lesen kann ich auch kaum aufhören, aber es sind bei mir immer Phasen des Lesens und Phasen in denen ich nicht lese. Leider überwiegen letztere Phasen immer mehr, da mir ganz einfach die Zeit fehlt alles unter einen Hut zu bekommen. Aber ich merke dann auch, wie sehr es mir gefehlt hat, wenn ich endlich wieder zu einem Buch greifen kann.
Ich mag Fantasy (am liebsten Urbanfantasy), Jugendbücher (auch gerne mal realistische), Dystopien, SciFi, aber auch Thriller besonders, wenn sie mit echten Geheimnissen und Legenden oder Verschwörungstheorien spielen.

6. Unendliche Geschichte: Zu Zeiten von Corona sind viele Leser auf der Suche nach Lesestoff.
Neben deinem neuen Roman, welches Buch sollte deiner Meinung nach jeder einmal gelesen haben?
Katja Ammon: Oh, ich denke alles was ich gelesen habe, haben die meisten andren bestimmt schon längst gelesen J. Ich empfehle bei dieser Frage oft "Tschick" von Wolfgang Herrndorf, weil mich die Geschichte sehr begeistert hat und mir lange in Erinnerung blieb. Ich mochte auch die "Black out"-Trilogie von Andreas Eschbach, weil ich das so eine geniale Idee fand, oder auch "Godspeed" von Beth Revis. Aber es gäbe noch so viele mehr …

7. Unendliche Geschichte: Zum Abschluss kommen wir noch einmal auf „Darker Things“ zurück.
Verrate uns drei Gründe, warum wir das Buch noch heute bestellen sollten!
Katja Ammon: Oh das ist fies … zum Glück sind wir nicht live und ich kann jetzt erst mal überlegen J. Okay …
1)    Wegen Dorian, ihr müsst ihn unbedingt kennen lernen. Er scheint auf den ersten Blick wie der typische Bad Boy, das ist er aber nicht.
2)    Weil meine Parallelwelt ein bisschen verrückt ist und euch vielleicht eine andere Sicht auf Altbekanntes gibt.
3)    Weil ich denke, dass wir wieder viel mehr hinterfragen sollten, was wir lesen und hören. Warum? Lest es nach J

Damit bedanke ich mich ganz herzlich bei Katja Ammon für dieses schöne Interview!
->HIER<- findet ihr Katjas Bücher und ->HIER<- ihr Instagramprofil.
Zuletzt solltet ihr euch unbedingt noch den tollen Buchtrailer zu „Darker Things“ anschauen!

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