28. Mai 2018

Rezension: „Ein Sommer und ein ganzes Leben“

Titel: „Ein Sommer und ein ganzes Leben“

Autorin: Kristina Valentin
 
Seiten: 280 (Taschenbuch)
 
Verlag: Diana
 
Preis: 9,99€
 
 
 
Inhalt
 
Katharina braucht dringend eine Pause. Denn nicht nur ihre zwei Kinder halten die alleinerziehende Mutter auf Trab, sondern auch in ihrem Job als Mediatorin könnte es besser laufen. Darum fällt es ihr nicht schwer, ihrer Freundin zusagen, die nächsten drei Jahre auf deren Haus aufzupassen, während diese im Ausland ist.
Und so zieht die kleine Familie aus der engen Stadtwohnung in das ruhige Häuschen mit Garten im Anemonenweg.
Bald lernt Katharina den charmanten Nachbarn David kennen, der im Rollstuhl sitzt. Kurzerhand bietet dieser ihr einen Job an, da er Hilfe braucht, um das Dokumentenchaos in seinem Arbeitszimmer zu ordnen.
So kommt es, dass Katharina den Sommer mit einem Mann verbringt, der ebenso dankbar zu sein scheint, nicht über seine Vergangenheit reden zu müssen, wie sie selbst, und der ihr Herz so schnell schlagen lässt, wie lange nicht mehr…
 
Meine Meinung
 
Nachdem mir „Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“ so besonders gut gefallen hat, war für mich klar, dass ich auch dieses neue Buch von Kristina Valentin lesen muss.
 
Das Cover ist schlicht und sehr stilvoll gestaltet. Die Rosen wirken sommerlich und passen zur Geschichte.
 
Schon nach wenigen Seiten ist man direkt in den Bann der Geschichte gezogen, die weit mehr als bloß eine gewöhnliche Liebesgeschichte ist.
 
Katharina ist eine Protagonistin, mit der sich wahrscheinlich jede Frau sofort identifizieren kann. Sie hat mit allen Herausforderungen zu kämpfen, die das Leben so mit sich bringt. Die Erziehung ihrer Kinder Hanna und Lukas fordert nahezu ihre gesamte Energie, und auch beruflich könnte es besser laufen. Außerdem hat Katharina den tragischen Verlust ihres Mannes noch immer nicht überwunden.
Im Laufe der Geschichte macht sie eine erhebliche Entwicklung durch, findet wieder zu sich selbst und ihrem Platz im Leben.
 
David sitzt, seit er einen Unfall hatte, im Rollstuhl. Seine Behinderung wird thematisiert, ohne ihm selbst und seiner Persönlichkeit oder der Geschichte zu viel Raum zu nehmen. Man lernt David als attraktiven Nachbarn mit seinen Stärken und Schwächen kennen und lieben, ganz unabhängig von seiner Behinderung.
 
Die Beziehung zwischen den Protagonisten ist sehr besonders. Beide tragen ein Päckchen aus ihrer Vergangenheit mit sich, das ihre gemeinsame Zukunft zu zerstören droht.
 
Alle weiteren Charaktere – z.B. Katharinas Freundinnen Kerstin und Inge, ihre Schwiegereltern oder der Nachbar Heinz Grünemann - stehen nicht im Fokus, geben der Geschichte aber einen schönen und abwechslungsreichen Rahmen.
Katharinas Beziehung zu ihren Kindern ist sehr liebevoll und berührend. In einer Szene beschreibt sie ihre Gefühle wie folgt: „Es ist ein bisschen, als ob man durch das Kinderkriegen sein Herz außerhalb des eigenen Körper herumspazieren lässt.“
 
Auch wenn viele ernste Themen angesprochen werden, herrscht stets eine angenehm sommerliche Leichtigkeit. Die Autorin schaut aus einer realitätsnahen Perspektive auf das Thema „Behinderung“ und stellt nicht, wie in anderen Romanen häufig, ausschließlich das Leid in den Vordergrund. Interessant ist auch das Nachwort, in dem Kristina Valentin erklärt, wie sie auf die Idee zu der Geschichte gekommen ist und wie sie diese vorbereitet hat.
Die Handlung kommt gänzlich ohne „Füllszenen“ aus, sodass sie sehr kurzweilig ist.
 
Sprache und Schreibstil der Autorin sind, wie schon bei ihren vorherigen Büchern, herausragend angenehm zu lesen. Man fliegt förmlich von Seite zu Seite. Tiefsinnige und humorvolle Passagen halten sich die Waage. Viele Äußerungen könnte man ohne Weiteres auf Postkarten drucken lassen.
 
Mein Fazit
 
Insgesamt kann ich das Buch absolut jedem empfehlen. „Ein Sommer und ein ganzes Leben“ erzählt eine Geschichte vom Leben mit all seinen Herausforderungen, vor allem aber von einer starken Liebe!
 
Meine Bewertung
Ich danke dem Diana-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, die selbstverständlich keinen Einfluss auf meine Bewertung hat.

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